Wie du deine IP-Adresse verbirgst
Deine IP-Adresse geht mit jeder Anfrage hinaus. Sie zu verbergen heißt, deinen Verkehr durch das Netz einer anderen Stelle zu leiten, damit deren Adresse in den Logs der Websites steht statt deiner. Dafür gibt es vier praktikable Wege, und sie sind nicht gleichwertig.
VPN
Dein Verkehr läuft verschlüsselt zu einem Server des VPN-Anbieters und tritt dort aus. Websites sehen die Adresse dieses Servers und das Rechenzentrum, in dem er steht.
Gut für den Alltag, für die Wahl des Landes, aus dem du zu kommen scheinst, und zum Absichern von Verkehr in fremden Netzen. Kostet dich ein paar Euro im Monat, etwas Tempo und Vertrauen — dein VPN-Anbieter sieht jetzt, was vorher dein Provider sah. Eine No-Logs-Zusage, die eine Prüfung oder eine Anordnung überstanden hat, ist weit mehr wert als eine, die nur beworben wird.
Tor
Der Verkehr läuft über drei von Freiwilligen betriebene Knoten, von denen jeder nur seine Nachbarn kennt. Kein einzelner Knoten kann dich mit deinem Ziel verbinden.
Gut für die stärkste praktisch verfügbare Anonymität, kostenlos. Kostet dich viel Tempo, ständige CAPTCHAs und offene Sperren von Seiten, die Ausgangsknoten für verdächtig halten. Ein Werkzeug für die Fälle, in denen Anonymität wirklich zählt — keine Standardeinstellung.
Proxy
Ein Server leitet deine Anfragen weiter. Meist ohne Verschlüsselung und meist nur für den Browser, nicht für das ganze Gerät.
Gut für schnelle Umleitungen ohne viel auf dem Spiel. Kostet dich jeden echten Schutz. Kostenlose öffentliche Proxys werden oft genau deshalb betrieben, um den durchlaufenden Verkehr mitzulesen. Behandle einen Proxy als Möglichkeit, deine sichtbare Adresse zu ändern — nie als Schutz.
Mobilfunk
WLAN aus, und du bist im Netz deines Mobilfunkanbieters mit einer völlig anderen Adresse, die du dir per Carrier-Grade NAT meist mit vielen anderen teilst.
Gut für einen sofortigen, kostenlosen Adresswechsel. Kostet dich technisch nichts, verbirgt aber nichts vor deinem Mobilfunkanbieter, und die Adresse zeigt weiter auf dein Land.
Vergleich
| VPN | Tor | Proxy | Mobilfunk | |
|---|---|---|---|---|
| Verbirgt die IP vor Seiten | Ja | Ja | Ja | Andere Adresse, gleiches Land |
| Verschlüsselt den Verkehr | Ja | Ja | Meist nicht | Nur was ohnehin HTTPS ist |
| Tempoeinbuße | Gering | Groß | Gering | Keine |
| Kosten | Niedrig | Kostenlos | Kostenlos oder niedrig | Inklusive |
| Wer den Verkehr sehen kann | Der VPN-Anbieter | Der Ausgangsknoten, bei unverschlüsseltem Verkehr | Der Proxy-Betreiber | Dein Mobilfunkanbieter |
Danach nachprüfen
Was immer du wählst: Prüfe das Ergebnis, statt es anzunehmen. Öffne den VPN-Test — der angezeigte Anbieter sollte der Dienst sein, den du bezahlst, nicht dein heimischer Provider, und das Land sollte dem gewählten Ausgang entsprechen.
Häufige Fragen
Ist es legal, meine IP-Adresse zu verbergen?
In den meisten Ländern ja — VPNs sind gewöhnliche kommerzielle Produkte, die Unternehmen täglich einsetzen. Einige wenige Länder schränken sie ein oder verbieten sie. Was du damit tust, unterliegt weiterhin denselben Gesetzen wie sonst auch.
Verbirgt der Inkognito-Modus meine IP-Adresse?
Nein. Privates Surfen löscht Cookies und Verlauf auf deinem eigenen Gerät, sobald du das Fenster schließt. Adresse, Anbieter und Standort bleiben genauso sichtbar wie vorher.
Reicht ein kostenloses VPN?
Selten. Ausgangsserver zu betreiben kostet Geld, und ein Gratisdienst holt es sich irgendwo zurück — meist durch Protokollierung und Verkauf von Verkehrsdaten, also genau das Gegenteil des Zwecks. Ein günstiger Bezahldienst ist der bessere Tausch.
Macht mich ein VPN anonym?
Nein. Es ändert, aus welchem Netz du zu kommen scheinst. Konten, in denen du angemeldet bist, bereits gesetzte Cookies und Browser-Fingerprinting identifizieren dich weiterhin.